Nemezkaja sloboda, Historisches Viertel im Basmanny-Bezirk, Moskau, Russland.
Das Deutsche Viertel erstreckt sich entlang des rechten Ufers der Jausa, zwischen der Dobroslobodskaja-Straße und der Großen Demidowski-Gasse im nordöstlichen Moskau. Die historische Baumannstraße, einst Nemetskaja genannt, führt heute noch als zentrale Achse durch das Gebiet mit seinem Netz aus kleineren Gassen und Höfen.
Die Siedlung entstand Mitte des 16. Jahrhunderts für westeuropäische Gefangene aus dem Livländischen Krieg und entwickelte sich später zu einem Handelszentrum. Im späten 17. Jahrhundert entstanden hier drei lutherische Kirchen, zwei calvinistische Gemeinden und die erste Seidenmanufaktur der Stadt.
Der Bezirk war Heimat von Handwerkern, Kaufleuten und Militärexperten, die europäische Techniken mitbrachten und in Werkstätten und Geschäften arbeiteten. Die Architektur mit ihren ursprünglichen Holzhäusern und kleinen Gärten wirkte in der Stadt wie ein fremder Stadtteil mit westlichen Gewohnheiten und Alltagsrhythmen.
Das Gebiet lässt sich gut zu Fuß erkunden, wobei die breite Baumannstraße einen natürlichen Ausgangspunkt für einen Rundgang bildet. Einige der historischen Straßennamen und die ursprüngliche Aufteilung der Grundstücke sind noch heute sichtbar und erleichtern die Orientierung im Viertel.
Zar Peter der Große besuchte dieses Viertel oft, um europäische Sitten und Fertigkeiten direkt von den Bewohnern zu erlernen. Seine Aufenthalte hier prägten viele der Reformen, die er später in der russischen Gesellschaft durchsetzte.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.