Tower of St. Olav, Mittelalterlicher Turm in Wyborg, Russland
Der Turm des heiligen Olaf ist der erhaltene Hauptturm der Burg Vyborg, 1293 aus Granitfindlingen errichtet, mit 4,5 Meter dicken Mauern an der Basis. Seine beiden unteren Geschosse bewahren die ursprüngliche rechteckige Form von 15,5 auf 15,6 Meter, während die drei oberen Geschosse 1561–1564 in Backstein als Achteck neu aufgebaut wurden. Gekrönt wird der Turm von einer grünen Kuppel mit dünner Spitze; sein weiß verputzter Schaft hat zwei Reihen kleiner dunkler Bogenöffnungen.
Torkel Knutsson, Reichsmarschall von Schweden, ließ den rechteckigen Bergfried 1293 nach seinem Kreuzzug nach Karelien errichten; seine Mauern aus Granitfindlingen sind 4,5 Meter dick. Er widerstand 1322 der Belagerung durch Nowgorod. 1561–1564 ließ der deutsche Meister Hans de Porte unter Erik XIV. die oberen Geschosse abtragen und drei achteckige Backsteinetagen für schwere Artillerie aufbauen, gedeckt mit aus Stockholm geliefertem Blei.
Der Turm ist nach Olaf benannt, dem norwegischen König, der das Christentum in Skandinavien durchsetzte und nach seinem Tod heiliggesprochen wurde. 1442–1448 ließ Karl Knutsson (Bonde) einen weiteren Ring um den Turm bauen, der ihn mit den Nachbargebäuden unter einem Dach verband. Nach dem Umbau 1561–1564 wurde die Uhr der Schlosskapelle an die Turmwand versetzt.
Das Innere des Turms erreicht man über eine Metalltreppe, die 1891–1894 eingebaut wurde und zu einer Aussichtsplattform führt; die Granitvorhalle am Eingang stammt aus demselben Wiederaufbau. Die Burg liegt auf einer Insel in der Bucht von Wyborg, und der Turm erhebt sich hinter einer niedrigen Steinmauer und einem rotbraunen Metalldach. Der weiße obere Abschnitt hat zwei Reihen kleiner dunkler Bogenöffnungen und ein dunkles Geländer am Fuß des grünen Dachs.
Der Schacht in der Mitte des Erdgeschosses ist rund sieben Meter tief; seine Funktion ist nicht belegt: Vermutet wurde ein Gefängnis, andere Berichte nennen ihn einen Weinkeller. Anders als bei den meisten Türmen dieser Art gab es im Bergfried keinen Brunnen. Die Ziegelgewölbe des zweiten Geschosses blieben bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erhalten.
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