Merw, Archäologische Stätte in Mary, Turkmenistan
Merv ist eine ausgedehnte archäologische Stätte in der Region Mary im Osten Turkmenistans, deren Überreste mehrere übereinanderliegende Siedlungen aus mehr als zwei Jahrtausenden umfassen. Die einzelnen Anlagen liegen in der Ebene verteilt und sind durch Erdwälle, Mauerstümpfe, Ziegelfragmente und flache Hügel erkennbar, die einstige Festungen, Wohnviertel und Verwaltungsgebäude markieren.
Die Siedlungen entstanden bereits in der achämenidischen Zeit, erlebten ihren Höhepunkt unter den Seldschuken im zwölften Jahrhundert und wurden nach der Eroberung durch mongolische Truppen im dreizehnten Jahrhundert allmählich aufgegeben. Die nachfolgenden Bewohner ließen sich südöstlich in einer neuen, kleineren Stadt nieder, während die alten Stadtkerne leer blieben.
Die archäologische Stätte enthält Überreste buddhistischer Tempel, islamischer Moscheen und zoroastrischer Strukturen, die jahrhundertelange religiöse Vielfalt widerspiegeln.
Das Gelände liegt etwa dreißig Kilometer östlich der modernen Stadt Mary und ist weitläufig, sodass ein Fahrzeug hilft, zwischen den einzelnen Fundorten zu wechseln. Die meisten Besucher konzentrieren sich auf Erk Gala und das Mausoleum von Sultan Sanjar, wo die Strukturen am besten erhalten sind.
Unter dem großen zentralen Hügel Gäwürgala liegen Fragmente einer eisenzeitlichen Festung, die als ältester Kern der gesamten Anlage gilt. Die Keramikfunde zeigen, dass Menschen bereits vor der persischen Expansion hier siedelten, als die Umgebung noch deutlich feuchter war.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.