Chemtou, Archäologische Stätte im Nordwesten Tunesiens
Chemtou ist eine antike archäologische Stätte im Nordwesten Tunesiens, nahe der Grenze zu Algerien, mit Resten eines numidischen Heiligtums, römischer Thermen, eines Aquädukts und von Marmorsteinbrüchen. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Museum, das Funde aus den Grabungen ausstellt.
Die Stätte wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. als numidisches Heiligtum gegründet und später unter römischer Herrschaft zur Colonia Iulia Augusta Numidica Simitthus ausgebaut. Die Römer nutzten die Marmorvorkommen des Hügels intensiv und machten den Ort zu einem der wichtigsten Steinbruchzentren des Reiches.
Das Marmor aus Chemtou, bekannt als Giallo Antico, hat eine charakteristische gelb-orange Farbe, die es von anderen antiken Steinmaterialien unterscheidet. Dieser Stein wurde in Rom für Tempel und Paläste verwendet und ist noch heute in einigen europäischen Museen zu sehen.
Das Gelände ist weitläufig und bietet kaum Schatten, daher empfiehlt sich festes Schuhwerk und Sonnenschutz. Ein frühzeitiger Besuch am Morgen macht die Erkundung angenehmer, da die Hitze im Laufe des Tages zunimmt.
Am Ufer des Flusses Medjerda haben Archäologen Reste einer mechanischen Mühle freigelegt, die durch Wasserkraft angetrieben wurde. Diese Anlage gilt als eines der frühesten bekannten Beispiele für mechanisches Getreidemahlen in der antiken Welt.
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