Slawutytsch, Verwaltungsstadt in der Region Kiew, Ukraine
Slawutytsch ist eine geschlossene Stadtgründung, etwa 50 Kilometer östlich von Tschernobyl gelegen und durch einen schmalen Korridor über die Grenze zur Oblast Tschernihiw mit der Oblast Kiew verbunden. Die Siedlung erstreckt sich über acht Quartiere, die je nach ihrem Herkunftsgebiet eigene Plattenbauformen und Fassadenvarianten zeigen.
Die Stadt entstand ab 1986 als Ersatzwohnsiedlung für evakuierte Arbeiter aus Prypjat nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Sie wurde innerhalb von zweieinhalb Jahren hochgezogen und 1988 offiziell eröffnet, um dem Personal der Kraftwerksanlage eine neue Heimat zu bieten.
Der Ortsname stammt vom Fluss Sluch und ist eine alte slawische Bezeichnung für den Dnipro, an den die neue Siedlung erinnern sollte. Die acht Wohnviertel tragen alle Namen von Städten aus verschiedenen früheren Sowjetrepubliken und zeigen bis heute ihre jeweiligen regionalen Baustile.
Die Anreise erfolgt meist über die direkte Bahnverbindung aus Kiew oder über die Straße durch das Gebiet von Tschernihiw. Der öffentliche Verkehr im Ort ist auf Busse beschränkt, und einige Bereiche in den Randquartieren sind zu Fuß gut zu erreichen.
Vor Baubeginn wurde das gesamte Gelände mit zwei Metern frischem, unbelastetem Erdreich bedeckt, um den Schutz der künftigen Bewohner vor Strahlung zu gewährleisten. Die Arbeitermannschaften stammten aus allen Teilen der damaligen Sowjetunion und brachten ihre jeweiligen regionalen Baustile mit ein.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.