Lincoln’s Inn, Juristische Institution in Holborn, England.
Lincoln's Inn ist eine Rechtsvereinigung im Stadtteil Holborn, die Anwältinnen und Anwälte in eigenen Gebäuden ausbildet und beschäftigt. Das Gelände erstreckt sich über elf Morgen und umfasst Büros, Gärten, eine Kapelle sowie denkmalgeschützte Häuser und Höfe aus verschiedenen Epochen.
Der Rechtsunterricht zog nach Holborn, nachdem eine päpstliche Bulle von 1218 dem Klerus das Lehren des Common Law verbot und ein Dekret Heinrichs III. von 1234 Rechtsschulen in der City of London untersagte. Henry de Lacy, 3. Earl of Lincoln, ermutigte Juristen zur Niederlassung, und die Inn wurde bald nach seinem Tod 1310 förmlich organisiert. Ihre Black Books mit Ratsprotokollen beginnen 1422, und ein Dekret von 1464, das Vorlesungen eines Readers verlangte, machte sie zu einem förmlichen Ort der Rechtsausbildung.
Der Name der Inn geht vermutlich auf Henry de Lacy, 3. Earl of Lincoln, zurück, der Juristen zur Niederlassung in Holborn ermutigte. Die Old Hall, mindestens seit 1489 genutzt, diente Festen, Moot-Gerichten und Banketten sowie als Gerichtssaal. Heute speisen die Mitglieder weiterhin gemeinsam in der Great Hall, und die bereits 1471 erwähnte Bibliothek bewahrt die Manuskripte von Sir Matthew Hale, die er der Inn bei seinem Tod 1676 vermachte.
Der Zugang erfolgt über das Tor an den Lincoln's Inn Fields oder über die Chancery Lane; die nächsten U-Bahn-Stationen sind Holborn und Chancery Lane. Das Gelände liegt gegenüber den Royal Courts of Justice und der LSE. Teile des Inn sind genutzte Kanzleien, daher halten sich Besucher in den Höfen und Gärten auf.
Das Torhaus aus der Tudor-Zeit bewahrt noch das Wappen von Sir Thomas Lovell über dem Eingang, das zwischen 1518 und 1521 angebracht wurde. Viele Besucherinnen und Besucher bemerken dieses Detail nicht, wenn sie durch das Tor in die Höfe gelangen.
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