Schibam, Alte Lehmziegelstadt in Hadhramaut, Jemen
Shibam ist eine Stadtanlage aus Lehmziegeln in der Wüstenregion Hadhramaut mit über 500 Hochhäusern, die bis zu elf Stockwerke erreichen. Alle Gebäude bestehen aus sonnengetrockneten Lehmziegeln und bilden eine dicht gepackte vertikale Stadt, die sich wie ein Wald aus schlichten Türmen präsentiert.
Nach katastrophalen Überschwemmungen im Jahr 1532 wurde Shibam wieder aufgebaut und erhielt die vertikale Bauweise, die es heute charakterisiert. Diese Neugestaltung folgte den Sicherheitsbedürfnissen der Bewohner und prägte die Stadt für die kommenden Jahrhunderte.
Die Türme zeigen traditionelle islamische Designprinzipien mit Sicherheitsmerkmalen im Erdgeschoss und verzierten Fenstern in den oberen Stockwerken, wo Familien lebten. Diese Bauweise spiegelt die sozialen Gewohnheiten der Bewohner wider, die Sicherheit und Privatsphäre nach funktionalen Schichten organisierten.
Die Struktur erfordert regelmäßige Wartung, wobei Arbeiter frische Lehmschichten auf den Außenwänden auftragen, um die Gebäude vor Witterungseinflüssen zu schützen. Der Besuch sollte in den kühleren Monaten geplant werden, da die Wüstenhitze intensiv sein kann und die engen Gassen wenig Schatten bieten.
Die dichte Anordnung von mehrstöckigen Lehmgebäuden entstand aus dem Bedarf der Bewohner, sich vor Wüstenräubern zu schützen, indem sie vertikal statt horizontal bauerten. Diese defensive Stadtplanung schuf ein kompaktes Muster, das sich über Jahrhunderte erhalten hat und heute als ungewöhnliches Zeugnis dieser praktischen Notwendigkeit wirkt.
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