Library of Ukrainian literature in Moscow, Kulturbibliothek in Moskau, Russland.
Die Bibliothek für ukrainische Literatur in Moskau befand sich im ersten Gebäude des Hauses Nr. 61 in der Trifonowskaja-Straße im Stadtteil Marina Roschtscha im Norden der Stadt. Sie war eine staatliche Kultureinrichtung, die im April 2018 geschlossen wurde und deren Bestände an das Zentrum für slawische Kulturen der Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur übergingen. Die Sammlung umfasste Bücher, Zeitschriften, Karten, Noten, Audio- und Videoaufnahmen sowie Manuskripte.
Die Bibliothek eröffnete am 17. Dezember 1989 als Abteilung der Zentralbibliothek Nr. 122 im Bezirk Kalininsky, nachdem junge ukrainische Studenten und Forscher 1988 begonnen hatten, Bücher zu sammeln. Sie zog mehrfach um, bevor sie im Mai 2006 Räume in einem Neubau in der Trifonowskaja-Straße 61 in Maryina Roshcha erhielt. Durch einen Beschluss der Stadtregierung vom 19. Dezember 2000 wurde sie eine eigenständige Moskauer Kultureinrichtung und im April 2018 geschlossen.
Die Bibliothek ging aus dem Ukrainischen Jugendklub hervor, dessen Mitglieder sich 1988 im Café „U Nikitskich Worot" trafen und über Zeitungen wie „Drug Tschitatelja" und „Literaturna Ukrajina" um ukrainische Bücher baten. Pakete kamen von Bibliotheken, Verlagen und Diasporagemeinden in Australien, Argentinien, Brasilien, Kanada und den USA. Der Konzertsaal fasste bis zu 120 Personen und bot Abende mit ethnischer und klassischer Musik; der Slawische Jugendklub und der ukrainische Jugendklub trafen sich dort.
Die Bibliothek wurde im April 2018 geschlossen; ein Lesesaal ist nicht mehr zu besuchen, die Bestände gingen an das Zentrum für slawische Kulturen der Rudomino-Bibliothek für ausländische Literatur. Das ab 2006 genutzte Gebäude ist der erste Block des Hauses Nr. 61 in der Trifonowskaja-Straße in Marina Roschtscha, nahe der gleichnamigen Metrostation.
Am 28. Oktober 2015 wurde die Bibliothek nach den Artikeln 280 und 282 des russischen Strafgesetzbuchs durchsucht, Direktorin Natalja Scharina wurde festgenommen; Auslöser war eine Anzeige des Bezirksabgeordneten von Jakimanka, Dmitri Sacharow. Sie verbrachte 1 Jahr und 7 Monate im Hausarrest, bevor das Meschtschanski-Gericht sie im Juni 2017 zu 4 Jahren auf Bewährung verurteilte. Eine Petition mit dem Titel „Den Pogrom der ukrainischen Bibliothek stoppen“ unterzeichneten Swetlana Alexijewitsch, Boris Grebenschtschikow, Lew Rubinstein und weitere Schriftsteller.
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