Boo gård, Herrenhaus in Nacka Municipality, Schweden.
Boo gård ist ein zweigeschossiges Herrenhaus aus Holz mit Walmdach, gelb gestrichenen, verschalten Fassaden und einem Haupteingang, der später von der Nordseite an die Südseite zum Baggensfjärden verlegt wurde. Entworfen wurde es in den 1720er Jahren von Nicodemus Tessin dem Jüngeren, der das Gut besaß und bewohnte; seit 1977 steht es unter Denkmalschutz.
Das Gut hieß vermutlich Harg oder Hargsö, wobei letzteres ab 1282 für die Umgebung belegt ist. 1700 erwarb Nicodemus Tessin der Jüngere Boo; russische Truppen brannten es 1719 nieder, worauf er das heutige Hauptgebäude tiefer am Uferhang errichten ließ. Sein Sohn, Kanzleipräsident Carl Gustaf Tessin, erbte es, und 1743 zerstörten die Russen erneut den Park und fällten die Allee.
Der Name Boo stammt vom mittelalterlichen Begriff bo für einen Verwaltungshof innerhalb eines Landguts, der später zum Ortsnamen wurde. Das nahe Gräberfeld und Nackas einziger Runenstein belegen eine Nutzung des Ortes in der Wikingerzeit. Jakob Bagge, Admiral unter Erik XIV., besaß das Gut im 16. Jahrhundert.
Das denkmalgeschützte Anwesen ist als Einzelobjekt eingetragen und bewahrt seine historischen Elemente durch spezielle Schutzbestimmungen. Besucher sollten berücksichtigen, dass es sich um ein privates Herrenhaus handelt mit entsprechenden Zugangsregeln.
Zwischen 1850 und 1950 stand westlich des Guts auf dem Boo kvarnberg eine Windmühle holländischen Typs, die bis 1910 in Betrieb war. 1949 der Gemeinde Boo geschenkt, brannte sie im Jahr darauf ab. Der 1996 errichtete Aussichtsturm Boo torn ist der Mühle nachempfunden.
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