Wat Pho, Buddhistischer Tempel im Bezirk Phra Nakhon, Thailand.
Wat Pho ist ein buddhistischer Tempelkomplex aus weißen und goldenen Gebäuden mit steilen Stufendächern im Bezirk Phra Nakhon in Bangkok, durch die Chetuphon Road in zwei ummauerte Bereiche geteilt. Drei hohe Spitzen ragen über die Dächer; ein niedrigerer Bau hat ein rotes Doppeltor zwischen weißen und goldenen Säulen, flankiert von roten Nischen mit stehenden goldenen Figuren. In einer Halle mit dunkler Decke liegt ein 46 m langer, ganz vergoldeter liegender Buddha, den Kopf links, mit dichten Locken und einem zum Kopf gebogenen Arm.
Wat Pho bestand bereits vor der Gründung Bangkoks: Errichtet in der Ayutthaya-Zeit, vielleicht unter König Phetracha (1688–1703), hieß er Wat Photaram. 1788 ließ Rama I den sumpfigen Boden entwässern und baute ihn in sieben Jahren wieder auf; Buddha-Bilder aus Ayutthaya und Sukhothai wurden hierher gebracht, 1801 erfolgte die Umbenennung. Rama III. erweiterte die Anlage von 1832 bis 1848 und fügte die Kapelle des Liegenden Buddha sowie die beschrifteten Wände hinzu.
Der Name Wat Pho ist die Kurzform von Wat Photaram und verweist auf das Kloster des Bodhi-Baums in Bodh Gaya in Indien, wo der Buddha der Überlieferung nach die Erleuchtung erlangte. Die Wände des Tempels tragen Marmorinschriften über Medizin, Astrologie und Massage, die rund 50 Gelehrte des Hofes und Mönche unter Rama III verfassten; die UNESCO nahm sie 2008 in das Programm Memory of the World auf.
Die Anlage wird von der Chetuphon Road geteilt: Der nördliche ummauerte Bereich enthält den Bot, die vier Wihans an den Himmelsrichtungen und die Halle des Liegenden Buddha, der südliche beherbergt Mönchsunterkünfte und eine Schule. Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Zwei Pavillons am Ostrand dienen der Massagepraxis.
Die Tempelanlage beherbergt eine der ältesten Massageschulen Thailands, in der Besucher traditionelle Behandlungen nach jahrhundertealten Techniken erhalten können. Die in Stein gemeißelten Diagramme an den Mauern zeigen Druckpunkte und Heilmethoden, die früher Mönchen und der Bevölkerung zur Ausbildung dienten.
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