Idolo de Tara, Fruchtbarkeitsfigur aus Terrakotta im Museum der Kanarischen Inseln, Las Palmas de Gran Canaria, Spanien
Das Idolo de Tara ist eine kleine Lehmfigur aus der Vorzeit der Kanarischen Inseln, die eine weibliche Gestalt mit gekreuzten Beinen und großen Oberarmen darstellt. Der etwa 26 Zentimeter hohe Gegenstand hat topfförmige Arme an der Taille und zeigt starke, gut modellierte Oberschenkel.
Das Objekt stammt aus der Zeit der Guanchen, der ursprünglichen Bevölkerung der Kanarischen Inseln, bevor die spanische Eroberung im 15. Jahrhundert begann. Der Archäologe Gregorio Chil brachte es 1878 zur Weltausstellung nach Paris und machte es damit einer internationalen Öffentlichkeit bekannt.
Die Figur zeigt sorgfältig eingravierte Markierungen für Augen und Nabel sowie rötliche Farbreste auf der Oberfläche, die die religiösen Überzeugungen der frühen Inselbewohner widerspiegeln. Diese Darstellung war Teil der spirituellen Praktiken und des Glaubenssystems der vorspanischen Bevölkerung.
Das Objekt befindet sich im Museo Canario in Las Palmas de Gran Canaria und ist dort als Originalstück ausgestellt. Um es zu besichtigen, sollte man den Öffnungszeiten des Museums entsprechen und sich Zeit nehmen, um die feinen Details und die rötliche Färbung zu studieren.
Das Innere der Figur ist nicht massiv gefertigt, sondern gezielt hohl gearbeitet, besonders in Kopf, Armen und Oberschenkeln, um Gewicht zu sparen. Diese Technik zeigt, dass die Kunsthandwerker der Guanchen komplexe Fertigungsmethoden beherrschten und bewusst über Materialeffizienz nachdachten.
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