Casa Cuna de Fraisoro, Waisenhaus in Zizurkil, Spanien
Casa Cuna de Fraisoro ist ein Waisenhaus und Entbindungsheim in Zizurkil, das von Architekt Ramón Cortázar entworfen wurde und verlassene Neugeborene sowie ledige Mütter aufnahm. Das Gebäude bot einen Platz für werdende Mütter ab dem siebten Monat der Schwangerschaft und kümmerte sich um Kinder bis zum fünften Lebensjahr.
Die Einrichtung wurde 1903 von dem Provinzrat von Gipuzkoa gegründet und wuchs zu einer bedeutenden Pflegeanstalt heran. Sie betrieb bis 1994 und versorgte während dieses Zeitraums tausende Kinder und Mütter mit essentieller Unterstützung.
Das Gebäude zeigt die Rolle religiöser Organisationen bei der sozialen Fürsorge im 20. Jahrhundert in Spanien. Die Präsenz der Barmherzigen Schwestern und der Ammen vor Ort verdeutlicht, wie diese Einrichtungen alltäglich funktionierten und wer sich um die Kinder kümmerte.
Das Haus ist an einem ruhigen Ort in der Stadt leicht zu erreichen und sein Äußeres gibt einen ersten Eindruck von der Architektur jener Zeit. Besucher sollten bedenken, dass es sich um ein ehemaliges Sozialgebäude handelt, das heute möglicherweise eingeschränkter zugänglich sein kann.
Das Gebäude war 1906 Schauplatz einer medizinischen Innovation, als es als erste Einrichtung Spaniens die Wassermann-Reaktion zur Syphilis-Diagnose bei Neugeborenen anwendete. Diese fortschrittliche Maßnahme zeigte das Engagement der Einrichtung für Gesundheitsschutz zu einer Zeit, als solche Tests noch selten waren.
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