Poitou, Historische Provinz im Westen Zentralfrankreichs
Poitou ist eine ehemalige Provinz im westlichen Zentralfrankreich, die heute hauptsächlich die Départements Vendée, Deux-Sèvres und Vienne umfasst, wobei Poitiers als historisches Zentrum dient. Das Gebiet erstreckt sich von den Atlantikküstenebenen im Westen bis zu sanften Hügeln und Flusstälern weiter östlich und zeigt eine abwechslungsreiche Landschaft aus Feldern, Wäldern und Feuchtgebieten.
Karl Martell besiegte 732 muslimische Truppen bei Poitiers, was den Vormarsch nach Norden stoppte und die Region zu einem Wendepunkt in der europäischen Geschichte machte. Später wurde das Gebiet zum Schauplatz vieler Konflikte zwischen englischen und französischen Königen, bis es im 15. Jahrhundert endgültig an Frankreich fiel.
Der Name stammt vom gallischen Stamm der Piktonen ab, deren Siedlungsgebiet später Teil des römischen Reiches wurde. In den Kirchen und Dörfern zeigt sich bis heute eine Mischung aus nördlichen und südlichen Baustilen, die man an den Steinfarben und Dachformen erkennen kann.
Reisende finden hier zahlreiche romanische Kirchen und mittelalterliche Dörfer, die über kleinere Straßen gut erreichbar sind und sich für Tagesausflüge eignen. Die Landschaft ist flach bis leicht hügelig, was das Radfahren und Wandern ohne große Anstrengung ermöglicht.
Der Marais Poitevin nördlich von La Rochelle bildet eines der größten Feuchtgebiete Frankreichs, wo man mit flachen Booten durch grüne Wasserkanäle fahren kann. Das Gebiet wird oft als Grünes Venedig bezeichnet, weil die Kanäle von Pappeln und Eschen gesäumt sind, die im Wasser spiegeln.
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