Abtei von Saint-Riquier, Gotische Abtei in Saint-Riquier, Frankreich.
Die Abtei Saint-Riquier ist ein gotisches Kloster in der gleichnamigen Gemeinde in Nordfrankreich, dessen Steinfassade mit Reliefs religiöser Figuren rund um das Hauptportal bedeckt ist. Die Gesamtanlage besteht aus mehreren Gebäuden unterschiedlicher Epochen, die um einen weitläufigen Hof angeordnet sind.
Das Kloster wurde um 625 gegründet und erlangte unter König Dagobert I. königlichen Schutz. Unter Karl dem Großen baute sein Schwiegersohn Angilbert die Anlage erheblich aus und machte sie zu einem der einflussreichsten Klöster des fränkischen Reiches.
Die Abtei ist heute ein Kulturzentrum, das regelmäßig Veranstaltungen rund um das Buch und das Schreiben anbietet, was an die mittelalterliche Tradition der Handschriftenpflege erinnert. Besucher können an Ausstellungen und Begegnungen teilnehmen, die diesen Ort in der Region lebendig halten.
Die Anlage ist für Besucher zugänglich, die verschiedene Bereiche in eigenem Tempo erkunden können. Für einen vollständigen Rundgang empfiehlt es sich, ausreichend Zeit einzuplanen, da die Gebäude verstreut sind.
Im Schatzraum des Klosters befinden sich mittelalterliche Wandmalereien, die drei Verstorbene im Gespräch mit drei Lebenden zeigen, ein seltenes Beispiel eines Themas, das in der Kunst als 'Die drei Lebenden und die drei Toten' bekannt ist. Dieses Motiv, das Sterblichkeit und soziale Unterschiede thematisiert, ist in so gutem Zustand kaum irgendwo sonst zu sehen.
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