Lotustempel, Bahá'í-Tempel im Südosten von Delhi, Indien
Neun geschwungene weiße Marmorblätter bilden eine blütenförmige Struktur von 40 Metern Höhe, umgeben von Wasserbecken, die das Tageslicht reflektieren. Die zentrale Gebetshalle misst 34 Meter im Durchmesser und bietet Platz für etwa 2500 Personen. Die Außenflächen bestehen aus Pentelikon-Marmor aus Griechenland, der auch für den Parthenon verwendet wurde.
Der Tempel wurde am 24. Dezember 1986 eröffnet, nachdem der iranische Architekt Fariborz Sahba den expressionistischen Entwurf ausgearbeitet hatte. Die Bauarbeiten begannen 1980 unter der Aufsicht des nationalen geistigen Rates der Bahai Indiens. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Bauwerk zu einem der meistbesuchten Gebäude Indiens mit über vier Millionen Besuchern pro Jahr.
Der Tempel empfängt täglich Besucher aller Glaubensrichtungen zur stillen Andacht ohne feste Liturgie, wodurch er zu einem Symbol für religiöse Toleranz in der indischen Hauptstadt geworden ist. Die Gebetszeiten sind für alle offen, unabhängig von Herkunft oder Überzeugung. Diese Offenheit spiegelt die Grundsätze des Bahai-Glaubens wider und zieht Menschen aus ganz Delhi an.
Die Metrostation Kalkaji Mandir liegt etwa 200 Meter vom Haupteingang entfernt. Täglich ist der Tempel von 9:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, im Sommer bis 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Besucher müssen Schuhe ausziehen und Stille einhalten. Audioguides sind in mehreren Sprachen verfügbar. Gepäckabgabe ist am Eingang möglich.
Natürliches Licht durchströmt die doppelwandigen Marmorblätter und erzeugt im Inneren wechselnde Lichtmuster, die sich im Tagesverlauf verändern. Die Architektur nutzt keine künstliche Beleuchtung während der Tagesstunden. Jedes Blatt besteht aus zwei Schichten mit Luftraum dazwischen, was zur Temperaturregulierung beiträgt und gleichzeitig das Gebäude mit sanftem Licht durchflutet.
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