Kernkraftwerk Lingen, Stillgelegtes Kernkraftwerk in Lingen, Deutschland.
Das Kernkraftwerk Lingen war eine Anlage mit einem Siedewasser-Reaktor und einer Bruttoleistung von 268 Megawatt, ausgestattet mit einem fossilbrennstoff-befeuerten Überhitzungssystem. Das Gelände erstreckt sich heute als Industriestandort, auf dem die systematische Rückbau der Anlagenteile stattfindet.
Die Anlage nahm am 1. Oktober 1968 unter Betrieb von VEW auf und speiste bis zu ihrer endgültigen Stilllegung am 5. Januar 1977 Strom ins Netz ein. Die Entscheidung zur Abschaltung war Teil der grundlegenden Neuorientierung Deutschlands in der Energiepolitik jener Jahre.
Das Kraftwerk steht für die Anfangszeit der Kernenergie in Deutschland und zeigt heute die Entscheidung des Landes, diese Energieform hinter sich zu lassen. Besucher können an diesem Ort nachvollziehen, wie sich die gesellschaftliche Haltung zur Atomkraft grundlegend gewandelt hat.
Das Gelände ist nicht für Freizeitbesucher zugänglich, da dort laufend Arbeiten zur Entsorgung und zum Rückbau stattfinden. Wer sich für die Geschichte der Kernenergie interessiert, findet bessere Informationen in lokalen Museen oder bei Fachveranstaltungen.
Bereits 1986 hatte das Werk ein beachtliches Ziel erreicht: 99 Prozent seiner radioaktiven Materialien waren entfernt worden, was weltweite Standards für Kernkraft-Rückbauprozesse setzte. Dieses Ergebnis machte die Anlage zu einem Musterbeispiel für sichere Entsorgung.
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