Palais Schaumburg, Regierungspalast in Gronau, Bonn, Deutschland
Das Palais Schaumburg ist ein spätklassizistisches Gebäude im Bonner Stadtteil Gronau nahe dem Rhein. Seine weißen Fassaden haben Reihen rechteckiger Fenster, ein steiles dunkelgraues Dach mit einem kleinen Kuppelturm und einen L-förmigen Flügel um einen gepflasterten Hof. Ein vorspringender linker Abschnitt mit Eingangstreppe führt zu einer erhöhten Terrasse.
Ein Tuchfabrikant ließ die Villa zwischen 1858 und 1860 errichten, später wechselte sie mehrfach den Besitzer. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude von 1949 bis 1976 als Hauptsitz der westdeutschen Regierung.
Der Name geht auf Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe zurück, der die Villa 1894 erwarb und im selben Jahr Prinzessin Viktoria von Preußen heiratete. 1927 heiratete Viktoria im Roten Salon, dem späteren Kabinettssaal, den russischen Hochstapler Alexander Zoubkoff; daraufhin entzog ihr die Familie das Wohnrecht und ließ das Inventar 1929 versteigern.
Das Palais ist nicht öffentlich zugänglich; seit August 2013 ist es wegen einer Sanierung geschlossen. Das Haus der Geschichte vermittelt normalerweise Führungen durch die historischen Räume und bietet während der Schließung eine Online-Panoramatour mit den Ausstellungsräumen und drei Außenansichten des Gebäudes und des Parks.
Ein moderner Flachbau namens Kanzlerbungalow steht seit 1963 auf dem Gelände und diente einigen Regierungschefs als Wohnort. Das Ensemble verbindet klassische Architektur mit funktionaler Nachkriegsgestaltung auf engem Raum.
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