Bedaium, Römische Ausgrabungsstätte in Seebruck, Deutschland.
Bedaium ist der antike Name von Seebruck, wo die Römerstraße von Iuvavum nach Augusta Vindelicum die Alz an ihrem Austritt aus dem Chiemsee überquerte. Die Siedlung entstand um das Jahr 1 am linken Ufer mit Holzbauten, um 100 n. Chr. kam ein zweiter Kern am rechten Ufer hinzu. In ihrer Blütezeit im 2./3. Jahrhundert erstreckte sie sich als Straßendorf über mehr als einen Kilometer; um 300 n. Chr. wurde ein Kleinkastell mit 26 Metern Seitenlänge errichtet.
Bedaium entstand an der Ost-West-Straße zwischen Iuvavum (Salzburg) und Augusta Vindelicum (Augsburg), dort wo die Alz den Chiemsee verlässt. Dendrochronologische Daten eines 1986/87 ergrabenen Holzbaus legen eine Besiedlung um das Jahr 1 nahe; ein zweiter Siedlungskern am anderen Ufer entstand gegen 100 n. Chr. Ab etwa 230 wurde die Gegend von germanischen Einfällen heimgesucht, um 300 n. Chr. entstand ein Kleinkastell mit 26 Metern Seitenlänge. Nach 400 scheint der Ort verlassen worden zu sein.
Die Stätte dokumentiert die Integration keltischer und römischer Religionspraktiken durch den Tempel des Bedaius, einer lokalen, von den Römern übernommenen Gottheit.
Die ergrabene Fläche liegt in Seebruck am Austritt der Alz aus dem Chiemsee, auf beiden Ufern des Flusses. Der Vicus erstreckte sich über mehr als einen Kilometer entlang der Straße, wobei der Kern am linken Ufer etwa 100 auf 400 Meter und der am rechten Ufer etwa 100 auf 100 Meter maß. Das um 300 n. Chr. errichtete Kleinkastell bildete ein Quadrat von 26 Metern Seitenlänge; die Nekropole mit 250 Urnengräbern liegt rund 400 Meter östlich der Siedlung.
Das um 300 n. Chr. errichtete Kleinkastell maß nur 26 Meter Seitenlänge, wurde aber zum letzten Zufluchtsort der Siedlung. Um 350 n. Chr. zog sich die Zivilbevölkerung in seine Mauern zurück, nach 400 wurde der Ort verlassen. Belege für eine Siedlungskontinuität ins Mittelalter fehlen.
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