Bayertor, Mittelalterlicher Wehrturm in Landsberg am Lech, Deutschland
Das Bayertor ist ein Wehrturm aus dem Mittelalter in Landsberg am Lech mit massiven Steinmauern und mehreren Ebenen. Die Konstruktion zeigt Merkmale typischer mittelalterlicher Stadtverteidigungen mit dicken Wänden und Öffnungen für Verteidiger.
Das Bayertor wurde 1419 bis 1425 als Abschluss des dritten Stadtmauerrings errichtet und war nach Osten, nach Bayern, gerichtet; es sicherte die Grenze zwischen dem Bayern der Wittelsbacher und dem Bistum Augsburg. Auch Münchner Tor genannt, war es eine der wichtigsten Zollstationen der Stadt, an der Händler Warenzölle und Pflastergeld entrichteten. Gut zehn Jahre nach der Fertigstellung wurde ihm im Osten eine Barbakane mit zwei Innenhöfen vorgelagert.
Das Bayertor prägt das Stadtbild von Landsberg und zeigt die handwerkliche Qualität der mittelalterlichen Steinmetzarbeit. Die Mauern erzählen von einer Zeit, in der solche Bauwerke das Zentrum der Stadtidentität bildeten.
Der Turm ist vom zentralen Marktplatz aus leicht erreichbar und kann von außen jederzeit besichtigt werden. Im Inneren können Besucher je nach Öffnungszeiten hinaufsteigen und einen Blick auf die Stadt werfen.
In der Tordurchfahrt hängt ein Kruzifix aus dem späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert, das der Überlieferung nach bei einem Lechhochwasser angeschwemmt wurde. Gegenüber verweist eine Inschrift auf den Heiligen Dismas, den Schutzpatron der Fuhrleute, die ihn vor der Fahrt die alte Bergstraße hinab verehrten. Auf der stadtzugewandten Seite hängt die im Volksmund „Schwedenglocke“ genannte Turmglocke.
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