Bissendorfer Moor, Hochmoor in Wedemark und Langenhagen, Deutschland
Das Bissendorfer Moor ist eine 710 ha große Hochmoorfläche westlich von Bissendorf, zu großen Teilen in der Wedemark und teilweise im Langenhagener Ortsteil Kaltenweide, innerhalb der Hannoverschen Moorgeest. Die Torfschicht ist bis zu 7 m mächtig, die Fläche uhrglasartig aufgewölbt und großflächig baumfrei, mit Moosen und Torfmoosen in den Feuchtbereichen sowie Glocken-Heide, Besenheide und Wollgräsern auf den trockeneren Flächen.
Das Moor wurde 1971 unter Schutz gestellt, um die Expansion eines Torfabbauunternehmens zu verhindern. Diese Entscheidung bewahrte die natürliche Landschaft vor industrieller Ausbeutung und ermöglichte die Rückkehr der Ökosysteme.
Im Herbst dient das Moor als Rastplatz für Kraniche; bis in die frühen 1980er Jahre gab es hier zudem Birkhühner, die heute dort ausgestorben sind. Informationstafeln stehen vor Ort und an den Wegrändern, und die beiden Beobachtungstürme erlauben den Blick über die baumfreie Torffläche.
Zwei Beobachtungstürme an der Nord- und Südflanke ermöglichen Einblicke in das Moor, ohne das empfindliche Ökosystem zu stören. Besucher sollten feste Schuhe tragen und die ausgewiesenen Wege nutzen, da der Untergrund feucht und uneben sein kann.
Eine Untersuchung des Moores aus dem Jahr 1977 ergab 108 verschiedene Moosarten, eine für Moore ungewöhnlich hohe Zahl, sowie 80 Blütenpflanzenarten, von denen die meisten nicht auf der zentralen Hochfläche, sondern an den Rändern wachsen.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.253 Mitwirkenden weltweit.