Burg Werdenfels, Mittelalterliche Burgruine nahe Garmisch-Partenkirchen, Deutschland.
Werdenfels Castle ist eine Burgruine auf einem Felsvorsprung hoch über dem Loisachtal, zwischen Garmisch-Partenkirchen und Farchant in Bayern. Noch heute sind Mauerreste von Wohngebäuden, Umfassungsmauern und unterirdischen Kammern zu erkennen, die einen Eindruck davon geben, wie die Anlage einst gegliedert war.
Der Erbauer und der ursprüngliche Zweck von Werdenfels sind unbekannt; die Erbauung wird zwischen 1180 und 1230 datiert. Ab 1249 gehörte die Veste dem Hochstift Freising und diente nach der Gründung der Grafschaft Werdenfels als Pflegamts- und Gerichtssitz. 1632 wurde der Pflegsitz in ein neues Amtshaus auf der Wang verlegt, ab 1676 die Ruine als Steinbruch ausgebeutet.
Der Name Werdenfels stammt von der Grafschaft Werdenfels, dem Freisinger Gebiet, dessen Verwaltungssitz die Burg bis 1632 war; der Landkreisname bewahrt ihn. Die Grafschaft galt als „das beste Stuckh des Reichsfürstenthumbs Freising“ und lieferte Gämsen, Rot- und Federwild, Holz und Marmor, die auf Isar und Loisach bis Freising geflößt wurden. 1806 klagte ein Münchner Beamter, dass „viele Werdenfelßer noch keine Bairischen Herzen haben!“
Die Ruine liegt auf 795 m ü. NN auf einem östlichen Ausläufer der Kramerspitz, rund 80 Höhenmeter über dem Talboden des Loisachtals, und ist über gut beschilderte Wege erreichbar; das letzte Stück ist steil und felsig, festes Schuhwerk ist daher ratsam. Die Anlage ist jederzeit frei zugänglich, eine Einkehrmöglichkeit gibt es nicht, also Wasser mitnehmen. Von Nordosten bis Südosten fällt das Gelände mit Felsen steil ins Tal ab, südwestlich der Burg steigt es rasch an.
Der Bergfried, die einzige wirklich wehrhafte Anlage der Burg, stand an der Nordwestecke der Kernburg und wurde um 1728/30 abgebrochen; heute zeugt nur ein Schutthügel davon. Im 15. und 16. Jahrhundert diente er zudem als Gefängnis. Der Burgenforscher Otto Piper stellte fest, dass das erhaltene Mauerwerk Vorkehrungen für eine nachhaltige Verteidigung auffallend vermissen lässt.
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