Kastell Oberscheidental, Archäologische Stätte in Mudau, Deutschland
Das Castra of Oberscheidental ist ein antikes römisches Militärlager bei Mudau mit Wällen, Innenhöfen, Kasernen und Lagerhäusern in geometrischer Anordnung. Die archäologischen Reste zeigen die typische Struktur eines römischen Grenzforts mit funktionalen Bereichen für Verteidigung, Unterkunft und Versorgung.
Das Lager wurde um 98 nach Christus gegründet und war etwa 160 Jahre aktiv, bis die Römer die Grenzen umgestalteten. Es gehörte zur Verteidigungskette entlang der Neckar-Odenwald-Limes, einem großen Befestigungssystem im germanischen Raum.
Das Lager zeigt, wie römische Soldaten und germanische Bevölkerung an der Grenze miteinander in Kontakt kamen und handelten. Diese Begegnungen prägten das tägliche Leben an diesem abgelegenen Außenposten.
Der Ort liegt abseits der Ortschaft Mudau und ist zu Fuß erreichbar, wobei festes Schuhwerk wegen des Geländes empfehlenswert ist. Die Überreste sind an der Oberfläche sichtbar, aber viele Strukturen sind teilweise erhalten oder nur noch als Bodenwellen erkennbar.
Das Lager enthielt eine spezialisierte Ziegelbrennung, wo die Legionäre einen Großteil ihrer Baumaterialien selbst herstellten. Diese Einrichtung zeigt, wie autark solche Forts in abgelegenen Grenzregionen funktionieren mussten.
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