Tempel von Deir el-Medina, Ptolemäischer Tempel in Luxor, Ägypten
Der Tempel von Deir el-Medina ist ein kleinerer ägyptischer Tempel aus der Ptolemäerzeit mit durchschnittlich 10 mal 15 Metern Grundfläche, dessen Wände mit farbigen Hieroglyphentexten und religiösen Szenen bedeckt sind. Die bemalten Oberflächen zeigen noch heute lebendige Farben und detaillierte Darstellungen, die Besucher unmittelbar in die altägyptische Bilderwelt eintauchen lassen.
Der Tempel entstand in der dritten Jahrhunderthälfte vor Christus unter Herrschaft der Ptolemäer und erhielt später eine neue Bestimmung, als Christen die Räume für ihre eigenen Praktiken umgestalteten. Diese Umwandlung zeigt, wie antike Orte an neue Glaubenssysteme angepasst wurden.
Der Tempel war einem weiblichen Götterpaar gewidmet, das in der alltäglichen Religiosität der Menschen hier eine wichtige Rolle spielte. Man sieht noch heute an den Wandmalereien, wie diese Gottheiten in Szenen dargestellt wurden, die das Leben und die moralischen Werte der Arbeiter widerspiegelten.
Der Tempel liegt etwa ein Kilometer vom Hauptweg zum Tal der Königinnen entfernt und ist über einen gepflasterten Anstieg zu Fuß erreichbar. Besucher sollten festes Schuhwerk tragen und sich auf eine kurze Wanderung vorbereiten, um diesen ruhigeren Ort zu erreichen.
Das Heiligtum enthält seltene Darstellungen von Gerichtsszenen, die sonst hauptsächlich in Grabkammern zu finden sind, und zeigt damit eine ungewöhnliche Verbindung zwischen Tempel- und Grabkunst. Diese Ikonografie deutet darauf hin, dass die Menschen hier moralische und spirituelle Bewertung im Alltag ernst nahmen.
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