Rote Zone, Militärisches Sperrgebiet in Nordfrankreich.
Die Zone rouge ist ein Sperrgebiet im Norden Frankreichs, das mehrere Départements umfasst und aufgrund von Weltkriegskontamination sowie nicht explodierter Munition vollständig abgeriegelt bleibt. Diese Flächen liegen hauptsächlich in den ehemaligen Schlachtfeldern von Verdun und der Somme, wo der Boden so stark durch Artilleriebeschuss und Chemikalien verseucht wurde, dass kein normales Leben möglich ist.
Die französische Regierung erklärte diese Region 1919 für unbewohnbar, nachdem das Gelände durch Artilleriefeuer und chemische Waffen im Ersten Weltkrieg extrem zerstört worden war. In den folgenden Jahrzehnten räumten Spezialisten Millionen von Granaten und Blindgängern, doch große Teile bleiben weiterhin gesperrt.
Der Name stammt von den französischen Militärkarten der Nachkriegszeit, die verschiedene Zonen mit Farben markierten, wobei Rot die höchste Gefährdungsstufe anzeigte. Heute erkennt man diese Gebiete an fehlender Vegetation, verfallenen Warnschildern und dem gespenstischen Fehlen menschlicher Aktivität, während umliegende Regionen längst wieder bewohnt sind.
Besucher dürfen sich nur auf markierten Wegen bewegen und müssen bei offiziellen Führungen bleiben, da nicht explodierte Granaten und giftige Chemikalien eine eigenständige Erkundung lebensgefährlich machen. Einige Randgebiete sind zugänglich und werden für Gedenkveranstaltungen genutzt, während die Kernzonen dauerhaft gesperrt bleiben.
Sechs frühere Dörfer innerhalb dieser Zone bleiben dauerhaft verlassen und dienen als Mahnmale für die verheerenden Auswirkungen moderner Kriegsführung auf die Zivilbevölkerung. Wissenschaftler schätzen, dass es 700 Jahre dauern wird, bis die am stärksten verseuchten Abschnitte wieder bewohnbar werden.
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