Bandian, archäologische Stätte im Iran
Der Bandian-Komplex ist ein archäologisches Ensemble mit Sasanidischer Architektur in der Nähe von Dargaz im Nordosten des Iran. Die Hauptstrukturen umfassen einen Feuertempel mit einer großen Halle, die von vier Kalksteinsäulen gestützt wird, sowie ein Nischenelement namens Mihrab, und mehrere weitere Räume mit Stuckdekorationen und Inschriften in Mittelpersisch.
Der Komplex wurde während der Herrschaft von Peroz oder seinem Sohn Kavad I. um das späte 5. Jahrhundert errichtet und ist damit über 1500 Jahre alt. Nach seiner Zerstörung in der Antike wurden Ausgrabungen ab 1994 durchgeführt, die zahlreiche Artefakte und Inschriften aus der Sasanidenzeit freilegten.
Der Komplex war ein religiöses Zentrum des Zoroastrismus, und die Verehrung des Feuers spielte eine zentrale Rolle im Alltag der Menschen vor über tausend Jahren. Die Wanddekorationen zeigen Szenen aus Jagden, Kämpfen und Feiern, die Aufschluss über die Werte und das Leben der damaligen Bevölkerung geben.
Der Ort ist leicht zugänglich, da Dargaz eine kleine Stadt mit lokalen Einrichtungen in der Nähe ist und das trockene, warme Klima der Region das ganzjährige Erkunden ermöglicht. Besucher sollten sich Zeit nehmen, um zwischen den Ruinen zu wandern und die noch sichtbaren Details wie Stuckarbeiten und Inschriften zu untersuchen.
Ein faszinierendes Detail ist ein im Komplex gefundenes Stuckrelief, das eine Figur aus der Hephtaliten-Gruppe zeigt, ein Volk aus Zentralasien, das sich selbst als vertrauenswürdig bezeichnet. Dieses Artefakt offenbart überraschende diplomatische und kulturelle Verbindungen zwischen dem Sasanidischen Reich und fernen Regionen.
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