Grotta di Pozzuoli, Römischer Tunnel in Neapel, Italien
Das Kryptum Neapolitanum ist ein unterirdischer Durchgang, der sich etwa 700 Meter durch den Hügel Posillipo erstreckt und zwei Bezirke der Stadt verbindet. Der Tunnel war ursprünglich als Straßenverbindung angelegt und prägt bis heute das Straßennetz Neapels unter der Erde.
Der Tunnel wurde im Jahr 37 v. Chr. von dem römischen Architekten Lucius Cocceius Auctus unter Octavian gebaut und war eine strategische Lösung für die Verkehrsanbindung. Im 20. Jahrhundert verlor er seine Bedeutung als Hauptroute, nachdem moderne Tunnel errichtet wurden.
Der Tunnel ist eng mit der Gestalt des Dichters Vergil verbunden, dessen sterbliche Überreste möglicherweise im nahe gelegenen römischen Kolumbarium ruhen. Dieser Ort hat die Vorstellung der Neapolitaner von ihrer antiken Vergangenheit geprägt und wird bis heute als Zeichen ihrer kulturellen Wurzeln wahrgenommen.
Der Tunnel ist heute teilweise zugänglich, aber die Bedingungen sind eng und dunkel, daher sollte man eine Taschenlampe oder Kopflampe mitbringen. Der Besuch ist am besten bei Tageslicht möglich und erfordert festes Schuhwerk wegen der unebenen Oberfläche.
Während des Zweiten Weltkriegs diente der antike Tunnel als Zufluchtsort für Bewohner der nahe gelegenen Gegend vor Bombenangriffen. Die Schäden, die durch Munitionsexplosionen verursacht wurden, sind an den Steinen des Tunnels bis heute sichtbar und erzählen von dieser turbulenten Zeit.
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