Missing Post Office, Kunstinstallation in Awashima, Japan
Das Missing Post Office nutzt ein ehemaliges Postgebäude auf der Insel Awashima, wo Blechdosen mit Briefen an Drähten hängen und im Wind klappern. Die Fassade zeigt noch das ursprüngliche Schild der Poststelle, während drinnen die schwebenden Behälter eine Installation bilden, die sich mit der Luftbewegung verändert.
Die Künstlerin Saya Kubota richtete das Projekt 2013 während der Setouchi-Triennale ein und verwandelte dabei ein Postamt ein, das seit fünf Jahrzehnten der Insel diente. Der frühere Postmeister blieb nach der Schließung der regulären Dienste mit dem Gebäude verbunden und betreut nun den künstlerischen Raum.
Briefe ohne Empfänger sammeln sich in der alten Poststube, wo Besucher durch die Nachrichten blättern und Texte mitnehmen dürfen, die sie ansprechen. Die Künstlerin entwickelte einen Ort, an dem unzustellbare Gedanken ein Zuhause finden und mit fremden Lesern in Kontakt treten können.
Das Gebäude öffnet samstags nachmittags für drei Stunden und liegt etwa zehn Gehminuten vom Hafen entfernt. Der Eintritt kostet 300 Yen und Besucher können frei durch die Räume gehen, um die hängenden Briefe zu betrachten.
Der ehemalige Postmeister Herr Nakada empfängt weiterhin Hunderte von Briefen aus ganz Japan, die nun in die Installation einfließen statt zugestellt zu werden. Die Sammlung wächst stetig, da Menschen ihre Worte an diesen Ort schicken, obwohl kein bestimmter Empfänger existiert.
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