Marshalsea, Historisches Gefängnis in Southwark, England
Die Marshalsea war ein Gefängnis, das sich an zwei Standorten an der Borough High Street befand und als Schuldnergefängnis diente. Von der ursprünglichen Struktur steht noch eine charakteristische Mauer neben der St. George's Church, die zeigt, wo das Gefängnis einmal seine Grenzen hatte.
Das Gefängnis wurde 1373 gegründet und existierte über 450 Jahre lang, bis es 1842 geschlossen wurde. Charles Dickens' Vater wurde 1824 dort eingesperrt und prägte die Perspektive des jungen Schriftstellers auf Schulden und Ungerechtigkeit.
Der Name Marshalsea bezieht sich auf den Marschall des Königshofs, der die Gefangenen beaufsichtigte. Die Gefängnismauer steht noch heute neben der Kirche und erinnert an die vielen Menschen, die hier wegen Schulden festgehalten wurden.
Der erhaltene Mauerabschnitt und eine Gedenkplakette sind an der Ecke Borough High Street und Tabard Street zu finden und können frei besichtigt werden. Der Ort ist leicht erreichbar und liegt in einem belebten Teil Londons, daher ist es gut, früh am Tag zu besuchen, um die Gegend zu erkunden.
1729 wurde bei einer parlamentarischen Untersuchung dokumentiert, dass etwa 300 Gefangene innerhalb von drei Monaten verhungerten, mit bis zu zehn Todesfällen pro Tag in wärmeren Monaten. Diese schockierenden Bedingungen führten letztendlich zu Reformen in der Art und Weise, wie Gefängnisse betrieben wurden.
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