Blood Falls, Salzwasseraustritt im Taylor-Gletscher, Antarktis.
Blood Falls ist ein Austritt von salzhaltigem Wasser am Taylor-Gletscher in der Antarktis. Das Wasser stammt aus einem unterirdischen Becken und färbt sich rot, sobald es mit Luft in Berührung kommt, weil das enthaltene Eisen oxidiert.
Der australische Geologe Griffith Taylor entdeckte die Stelle 1911 während der Terra-Nova-Expedition unter Robert Falcon Scott. Er vermutete zunächst, dass Algen die rote Farbe verursachten, bis wissenschaftliche Analysen im Jahr 2003 die Rolle des oxidierten Eisens bestätigten.
Die internationalen Forscherteams nutzen den Ort, um besondere Lebensformen zu untersuchen, die in der salzhaltigen Tiefe ohne Licht existieren. Diese Arbeit findet im Rahmen des Antarktisvertrags statt und trägt dazu bei, das Verhalten von Organismen unter extremen Bedingungen zu verstehen.
Der Zugang erfordert eine Sondergenehmigung der antarktischen Behörden und die Begleitung durch erfahrene Polarführer mit spezieller Ausrüstung. Die Planung muss sorgfältig erfolgen und beinhaltet die Vorbereitung von Thermokleidung, Sicherheitsausrüstung für Eis und eine detaillierte Routenplanung im Taylor-Tal.
Das unterirdische Becken enthält Organismen, die seit Millionen von Jahren ohne Sauerstoff oder Sonnenlicht überleben und dabei Eisen und Schwefel verarbeiten. Diese Lebensformen dienen Forschern als Modell, um ähnliche Bedingungen auf anderen Himmelskörpern zu untersuchen.
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