Tanguar Haor, Feuchtgebiet im Bezirk Sunamganj, Bangladesch
Tanguar Haor ist ein großes Feuchtgebiet im Bezirk Sunamganj im Norden Bangladeschs, das aus 51 miteinander verbundenen Sümpfen und Kanälen besteht. Im Winter liegt das Gelände größtenteils trocken und von grünen Feldern umgeben, während es in der Regenzeit vollständig überflutet wird und sich in ein offenes Gewässer verwandelt.
Das Gebiet wurde seit Jahrhunderten von lokalen Gemeinschaften als Fischereirevier genutzt und war schon immer eng mit der Lebensweise der Bewohner verbunden. Im Jahr 2000 wurde Tanguar Haor als Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung eingestuft, was seinen Schutz offiziell festigte.
In der Monsunzeit verwandelt sich der Haor in ein riesiges Wasserbecken, auf dem Fischerboote in alle Richtungen unterwegs sind. Die Fischer, die in den Kanälen und Gräben arbeiten, leben nach einem Rhythmus, der sich seit Generationen kaum verändert hat.
Die beste Zeit für eine Bootsfahrt auf dem offenen Wasser ist von Mitte Juli bis Anfang September, während Vogelbeobachter im Dezember und Januar die meisten Zugvögel sehen können. Da die Kanäle und Gräben unübersichtlich sein können, empfiehlt es sich, einen ortskundigen Bootsführer mitzunehmen.
Mitten im Haor liegt ein kleiner Hügel namens Bil Hatirgata, der im Winter aus dem Wasser ragt und von dem aus man einen weiten Blick über das gesamte Gebiet hat. Bei klarem Wetter sind von dort aus auch die Berge von Meghalaya jenseits der Grenze zu Indien zu sehen.
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