Jüdisches Rathaus, Renaissance-Rathaus in Josefov, Prag, Tschechische Republik
Das Jüdische Rathaus ist ein Renaissancegebäude mit einer spätbarocken Fassade, das an der Ecke der Maiselova-Straße im Prager Judenviertel Josefov steht. Es ist eines der wenigen historischen Gebäude des Viertels, das bis heute aktiv von der jüdischen Gemeinschaft genutzt wird.
Ein jüdisches Rathaus in Prag wurde erstmals 1541 erwähnt und nach einem Brand 1577 unter dem Gemeindeoberhaupt Mordechai Maisel erneuert, zusammen mit der benachbarten Hohen Synagoge von Baumeister Pankratius Roder. Nach den Bränden von 1689 und 1754 entstand der heutige Bau 1763–1765 durch Josef Schwanitzer, in dessen Turm eine Gedenkschrift hinterlegt wurde, der zufolge die abgebrannte Judenstadt durch ein Darlehen von 200.000 Gulden erneuert wurde.
Das Gebäude dient bis heute als Verwaltungssitz der jüdischen Gemeinde Prags und ist damit eines der wenigen erhaltenen Zentren jüdischen Gemeinschaftslebens in Mitteleuropa. Wer daran vorbeigeht, sieht ein Haus, das noch immer aktiv genutzt wird und keine bloße Touristenattraktion ist.
Das Gebäude steht in der Maiselgasse 18 gegenüber der Altneu-Synagoge und ist für die Öffentlichkeit geschlossen; man betrachtet es am besten von der Straße aus. Im Saal im Erdgeschoss befindet sich ein koscheres Restaurant, das einen Grund zum Eintreten gibt. Die Turmuhr und die Uhr am Giebel gegenüber der Synagoge sind von außen sichtbar.
Beide Uhren werden von einem einzigen Uhrwerk angetrieben, das 1764 der Prager königliche Hofuhrmacher Sebastian Laudensberger baute. Die Turmuhr hat römische Zifferblätter und eine Glocke; das hebräische Zifferblatt zeigt zur Altneu-Synagoge, seine Zeiger laufen von rechts nach links. Verse Guillaume Apollinaires machten die rückwärts laufende Uhr zu einem Symbol des jüdischen Prag.
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