Burg Rýzmburk, Burgruine in Žernov, Tschechische Republik
Rýzmburk ist eine Burgruine an der Aupa-Flusskante im Tal Babiččino údolí im Osten Böhmens. Die Überreste zeigen die Architektur einer mittelalterlichen Befestigung mit Steinfundamenten, die teilweise noch zu erkennen sind.
Rýzmburk wurde 1319 erstmals schriftlich erwähnt; sein erster bekannter Besitzer, Albert von Rýzmburk, fiel 1346 in der Schlacht von Crécy. Die Burg ging durch mehrere Adelsfamilien über, bis Vilém von Talmberg, der letzte dort residierende Herr, starb und sein Bruder Jan die Herrschaft am 12. April 1601 an Zikmund Smiřický von Smiřice verkaufte. Ohne Instandhaltung wurde sie 1628 als wüst beschrieben und 1634 von kaiserlichen Truppen, 1641 von Schweden geplündert.
Der deutsche Name Riesenburg, „Riesenschloss“, lebt in der tschechischen Form Rýzmburk fort. Die Burg gab dem benachbarten Ort und dem Adelsgeschlecht der Rýzmburk den Namen; dessen Mitglied Albert fiel 1346 in der Schlacht von Crécy. 1798 ließ Herzog Peter Biron von Kurland im Inneren der Ruine einen Pavillon errichten.
Die Ruine ist frei zugänglich, ohne Tor oder Kasse; die Reste liegen am linken Ufer der Aupa im Bereich des Babiččino údolí, östlich von Žernov und südlich von Červená Hora. Erhalten sind nur Geländerelikte der Befestigung und schwache Mauerfragmente, der Boden ist uneben und teils überwachsen.
Steinmaterial aus der verfallenen Burg wurde später beim Bau des nahe gelegenen Schlosses Ratibořice wiederverwendet. Dies zeigt, wie mittelalterliche Ruinen oft als Steinbrüche dienten und ihre Substanz in neuen Bauwerken fortlebte.
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