Plattner Kunstgraben, Historischer Wassergraben in Horní Blatná, Tschechien
Der Blatenský vodní příkop ist ein künstlich angelegter Wasserlauf, der sich durch das hügelige Gelände der Krušné-Berge zieht und historische Bergbaustandorte mit Wasserquellen verbindet. Das Bauwerk besteht aus sorgfältig gestalteten Kanalbetten und Dämmen, die das Wasser über lange Strecken führen und dabei ein konstantes Gefälle beibehalten.
Der Kanal wurde zwischen 1540 und 1544 von Ingenieur Stephan Lenk erbaut, um Wasserkraft für die Zinnminen der umliegenden Gegend bereitzustellen. Dieses Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert war ein Meilenstein der technischen Entwicklung und trug wesentlich zum wirtschaftlichen Wohlstand der Region bei.
Der Name Erbwassergraben geht auf den Erlass Kaiser Maximilians II. von 1570 zurück, der Platten das ewige Recht zur Erhebung von Wassergeldern verlieh. Entlang des Grabens stehen zahlreiche Grenzsteine mit eingemeißeltem E, einige noch aus der Zeit um 1800.
Ein 11,5 km langer Lehrpfad mit 23 Informationstafeln begleitet den Graben; er beginnt etwa 1,5 km westlich von Gottesgab (Boží Dar) und mündet oberhalb von Platten (Horní Blatná) in den Lehrpfad Vlčí jámy. Der Graben fällt auf seiner Länge nur um 32 m, der Weg ist also flach; im Winter wurden Abschnitte früher mit Fichtenzweigen gegen Schnee abgedeckt.
Nicht nur das Gefälle von einem Meter auf hundert Meter prägt die Landschaft: Auf beiden Seiten des Grabens stehen Grenzsteine mit dem eingemeißelten Buchstaben E, der Initiale von Erbwassergraben, einige noch aus der Zeit um 1800. Sie markierten die zum Graben gehörenden Grundstücke.
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