Neugrabenflöße, Triftkanal im Bezirk Most, Tschechische Republik.
Die Neugrabenflöße ist ein Wassergrabensystem, das sich über die tschechisch-deutsche Grenze erstreckt und speziell für den Holztransport aus bewaldeten Bergregionen gebaut wurde. Das Kanalnetz besteht aus Wasserkanälen, Schleusen und Stauanlagen, die es ermöglichten, gefällte Bäume zu Verarbeitungsanlagen stromabwärts zu befördern.
Das Kanalsystem entstand in der Blütezeit der regionalen Holzwirtschaft und war über mehrere Jahrhunderte der Schlüssel zum Abtransport von Holz aus den Erzgebirgswäldern. Der Betrieb erreichte seinen Höhepunkt im 19. Jahrhundert, bevor moderne Transportmittel wie Eisenbahnen diese Methode allmählich ersetzten.
Der Name Neugrabenflöße („neuer Graben“) unterschied ihn von älteren Anlagen auf sächsischer Seite wie dem Marienberger (1556) und dem Annaberger Kanal (1564–1566). Das Floßamt hatte seinen Sitz in Georgenthal, am Betteleck stand ein Floßhaus. Das Holz wurde im Winter auf Wiesen am Graben gestapelt und im Frühjahr geflößt.
Das Kanalsystem ist mit mehreren Zugangspunkten entlang der Route erreichbar, von denen aus Sie zu Fuß verschiedene Abschnitte erkunden können. Informationstafeln in Tschechisch und Deutsch helfen bei der Orientierung, und die beste Zeit zum Besuch ist in den wärmeren Monaten, wenn die Wege trocken und begehbar sind.
Der Graben war die meiste Zeit des Jahres nicht schiffbar; geflößt wurde vor allem im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze ihn füllte, und ein Floßzug dauerte nur 8 bis 14 Tage. Danach wurde das Bett gereinigt und Schäden ausgebessert. Gespeist wurde er aus der Flöha und aus Teichen auf beiden Seiten der Grenze.
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