Šalounova vila, Art Nouveau Villa in Vinohrady, Tschechische Republik
Die Šalounova vila ist ein Jugendstil-Ateliergebäude mit symbolistischen Elementen in der Slovenská-Straße in Vinohrady, entworfen vom Bildhauer Ladislav Šaloun und erbaut 1908–1910, abgenommen im Februar 1911. Der Hauptbau umfasste ein Vestibül sowie ein großes und ein kleines Atelier; an der Südseite zum abfallenden Garten lagen ein Salon, eine mährische Stube, technische Räume und die Wohnung des Verwalters. Zu den Inschriften gehören „Das Meer! Das Meer!“ und ein Vers von Otokar Březina, dazu ein Wandrelief „Gruß an die Sonne“ und Tierkreiszeichen.
Das Haus entstand nach einem Wettbewerb, in dem der Bildhauer Ladislav Šaloun den Auftrag für das Jan-Hus-Denkmal gewann, was den Bau dieser Villa als sein persönliches Atelier ermöglichte. Die Entstehungszeit fiel in eine Phase großer künstlerischer Aktivität und Modernisierung in Prag.
In Šalouns Atelier verkehrten der Maler Alphonse Mucha, die Sängerin Emmy Destinn, der Geiger Jan Kubelík sowie die Dichter Otokar Březina und Jaroslav Vrchlický. Im Inneren gibt es einen Raum nach mährischer Volkskunde; das Wandrelief „Gruß an die Sonne“ regte Březina an, der auch einen Vers für die Villa verfasste.
Die Villa wird seit 2001 von der Akademie der Bildenden Künste in Prag verwaltet und dient als Unterrichtsort für besuchende internationale Dozenten. Besucher sollten beachten, dass der Zugang je nach akademischen Aktivitäten begrenzt sein kann.
Josef Váchal, der die Villa besuchte, spricht in seinen Memoiren von einem „okkulten Keller“, in dem „große Séancen stattfanden, die an magische Riten grenzten“. Im Untergeschoss fanden also Zusammenkünfte statt, die über die Bildhauerei hinausgingen – ein Detail, das Besucher der Ateliers oben oft übersehen.
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