Kotěrova vila, Kulturelle Denkmalvilla in Vinohrady, Tschechische Republik
Kotěrova vila ist ein mehrgeschossiges Haus in der Hradešínská 1542/6 in Vinohrady, das in ein abschüssiges Grundstück eingebettet ist. Der einfache Baukörper ist mit weißem Sichtmauerwerk und vertikal gekratztem Putz verkleidet; zur Straße treten ein turmartiger Risalit mit zweiläufiger Treppe und ein niedrigerer Flügel hervor, der sich ursprünglich mit einem gerundeten Erker zum Garten öffnete.
Der tschechische Architekt Jan Kotera entwarf und baute dieses Wohnhaus zwischen 1908 und 1909 als Ausdruck rationalistischer moderner Architektur. Die Villa entstand zu einer Zeit, als sich in Prag neue Designprinzipien durchsetzten und Verzicht auf Ornamente zum Erkennungszeichen der Moderne wurde.
Das Haus wurde für Jan Kotěra und seine Frau Berta errichtet, die 1907 das Grundstück in der Hradešínská-Straße kauften. Die Räume folgten dem Familienalltag: An das Esszimmer schloss sich ein Musikzimmer an, und die Küche war mit ihm nur durch eine Durchreiche verbunden. Kotěras Arbeitszimmer und Atelier lagen im ersten Stock.
Die Villa steht in der Hradešínská 1542/6 in Vinohrady, Prag 10, auf einem vom Straßenniveau abfallenden Grundstück. Der Haupteingang von der Hradešínská führt durch einen überwölbten gedeckten Vorbau, der auch zur Terrasse führt; diese ist über eine gemauerte Treppe mit dem Garten verbunden.
Die Raumaufteilung folgt einem klaren Konzept: Im Erdgeschoss befinden sich Schlafzimmer und der Salon, während das obere Geschoss Koteras Arbeitszimmer und Atelier beherbergt. Diese Trennung von privaten Wohnräumen und Arbeitsbereichen war für Häuser dieser Zeit typisch.
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