Wallgarten, Schlossgarten in Hradčany, Prag, Tschechische Republik.
Der Wallgarten ist mit 1,4 Hektar der größte der südlichen Burggärten der Prager Burg und liegt zwischen Paradiesgarten und Lobkowicz-Palais. Seine heutige Gestalt geht auf Jože Plečnik zurück, den Präsident Masaryk 1920 zum Burgarchitekten ernannte: Er senkte die Südmauer ab und legte eine Promenade mit Rasenflächen, alten Bäumen, einer halbkreisförmigen Aussichtsterrasse und der Stiertreppe mit Bronzestieren an.
Der Garten entstand im 16. Jahrhundert, als die Burg ihre militärische Funktion verlor und die alten Befestigungsmauern in eine Gartenlandschaft umgewandelt wurden. Diese Umgestaltung ermöglichte die schrittweise Entwicklung der heutigen Grünfläche.
Der Name bezieht sich auf die alten Befestigungsmauern, auf denen die Gärten entstanden sind. Heute können Besucher sehen, wie die Architektur von Jože Plečnik traditionelle mitteleuropäische und mediterrane Elemente verbindet.
Der Garten ist über mehrere Zugänge erreichbar, darunter der Paradisgarten oder die Stiertreppe vom dritten Hof der Burg. Besucher sollten beachten, dass die Öffnungszeiten saisonal variieren und besonders in der wärmeren Jahreszeit attraktiv sind.
Die zwei Sandsteinobelisken unter den Fenstern des Ludwigstrakts ließ Ferdinand II. von Steiermark aufstellen. Sie stehen dort, wo die Statthalter Jaroslav Bořita von Martinic und Wilhelm Slavata von Chlum und Koschumberg beim Zweiten Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 15 Meter tief fielen, ein Ereignis, das den Dreißigjährigen Krieg mit auslöste.
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