Kartause Valdice, Kartäuserkloster in Valdice, Tschechische Republik.
Die Kartause Valdice ist ein ehemaliges Kartäuserkloster bei Jičín, 1630 nach Plänen von Andrea Spezza begonnen und 1655 von Giovanni Battista Pieroni vollendet. Die Bauten sind symmetrisch entlang einer West-Ost-Achse angeordnet, in der Mitte die Kirche Mariä Himmelfahrt, eine dreischiffige Basilika mit drei Paaren von Seitenkapellen, umschlossen vom Quadrum des Kreuzgangs. Die helle Steinfassade trägt eine schwarze Uhr im Segmentgiebel, Statuen von vier Schutzheiligen in Nischen und oben eine Laterne mit Kuppel und Kreuz.
Wallenstein gründete die Kartause als nördlichen Abschluss seines Bauplans für Jičín. Andrea Spezza entwarf 1627 den Plan; 1630 begannen Giovanni Battista Spezza und Franz Latomus mit dem Bau, der bis 1655 lief. 1782 hob Josef II. das Kloster auf; 1855–1856 baute die österreichische Verwaltung es nach Plänen Wehrenfenningas zur Strafanstalt um, die bis heute besteht.
Das Kloster steht für die Kartäuser-Tradition klösterlichen Lebens, bei der Mönche in einzelnen Zellen meditativen Praktiken nachgingen und strenge religiöse Regeln befolgten. Diese Lebensweise hinterließ sichtbare Spuren in der Architektur und Anordnung der Gebäude.
Die Anlage dient seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als Gefängnis und zählt zu den am stärksten bewachten Justizvollzugsanstalten Tschechiens; das Gelände ist für Besucher nicht zugänglich. Die ehemalige Klosterkirche und die Säule mit der Statue des hl. Johannes von Nepomuk von 1698 sind von außen in Valdice bei Jičín zu sehen.
Wallenstein ließ in der Kirche ein steinernes Mausoleum für sein Begräbnis errichten, und sein Leichnam wurde nach dem Attentat aus Cheb dorthin gebracht. Seine Überreste wurden später in die Schlosskapelle von Mnichovo Hradiště überführt, sodass das Grab ihn nicht dauerhaft barg.
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