Evangelische Salvatorkirche, Renaissancekirche in der Altstadt, Prag, Tschechische Republik
Die Salvatorkirche ist eine Emporenbasilika in nachgotischen Formen mit einem in fünf Seiten des Zehnecks schließenden Hochchor und hohen Maßwerkfenstern; die Fenster des Obergadens sind als Occuli ausgeführt. Kreuzgratgewölbe ruhen auf Pilastern mit korinthischen Kapitellen, und auf dem grauen Gewölbe steht die gemalte Inschrift „ANCILA DOMINI SIT MIHI SECUNDUM VERBUM TUUM“.
Am 27. Juli 1611 wurde der Grundstein für die deutsche protestantische Gemeinde Prags gelegt, auf einem 1610 von Joachim Andreas von Schlick erworbenen Grundstück; die Weihe erfolgte im Oktober 1614. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde die Kirche konfisziert und 1624 den Paulinern übergeben, die sie in ihr Kloster eingliederten. 1796 wurde das Kloster aufgehoben, die Kirche diente bis 1857 als Münzstätte; 1863 kauften Prager Protestanten sie.
Der Name verweist auf den Heiland Jesus Christus; die Kirche wurde für die deutsche protestantische Gemeinde Prags gegründet. Ab 1624 gehörte sie dem Paulinerorden, dessen Kloster 1796 aufgehoben wurde, und seit 1918 dient sie der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder. Der auf das Gewölbe gemalte Text lautet „ANCILA DOMINI SIT MIHI SECUNDUM VERBUM TUUM“.
Die Kirche steht in der Altstadt zwischen den Straßen Salvátorská, Kostečná und Dušní, wenige Schritte vom Altstädter Ring entfernt. Sie ist Gotteshaus einer aktiven Gemeinde der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder; das Innere ist rund um die Gottesdienste geöffnet, das Äußere jederzeit von den umliegenden Gassen aus zu sehen.
Die Orgel auf der Empore wurde 2011 von der Manufaktur Hermann Eule Orgelbau Bautzen in das Gehäuse von 1865 der Orgel von Karel Vocelka eingebaut; sie hat 37 Register auf drei Manualen und Pedal sowie Zimbelstern und Glockenspiel. Sieben Register mit Holzpfeifen stammen aus dem Vorgängerinstrument.
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