Kovařovic Villa, Kubistische Villa in Vyšehrad, Tschechische Republik
Die Kovařovic-Villa ist eine kubistische Privatvilla im Prager Stadtteil Vyšehrad, entworfen vom Architekten Josef Chochol und als nationales Kulturdenkmal der Tschechischen Republik geschützt. Das Gebäude zeigt eine Fassade aus schrägen Ebenen, spitzen Winkeln und gebrochenen Formen, die das gesamte Äußere von den Dachkanten bis zum Sockel prägen.
Josef Chochol entwarf die Villa im Jahr 1913, in einer Zeit, in der eine Gruppe tschechischer Architekten und Künstler gemeinsam die Möglichkeiten des Kubismus in der Baukunst erkundete. Diese Bewegung war in Böhmen besonders stark, denn Prag ist eine der wenigen Städte der Welt, in der der kubistische Stil konsequent auf Gebäude angewendet wurde.
Die Kovařovic-Villa steht in einem ruhigen Wohnviertel unterhalb der Vyšehrader Festung, wo viele Spaziergänger vorbeigehen, ohne das Gebäude näher zu beachten. Wer stehen bleibt und die Fassade betrachtet, sieht, wie geometrische Winkel und schräge Flächen das ganze Äußere prägen, was damals als radikaler Bruch mit der üblichen Wohnarchitektur galt.
Die Villa befindet sich in der Libušina-Straße im Stadtteil Vyšehrad und ist vom Burgkomplex zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar. Da es sich um ein bewohntes Privathaus handelt, ist das Innere nicht zugänglich, und Besucher sollten beim Fotografieren Abstand halten.
Josef Chochol entwarf am Hang unterhalb von Vyšehrad gleich drei kubistische Gebäude in unmittelbarer Nähe zueinander, was diese Gegend zu einer seltenen Konzentration dieses Stils macht. Die Kovařovic-Villa ist die kleinste der drei, wirkt aber durch ihre Lage an der Straßenecke besonders direkt und prägnant.
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