Carandiru, Ehemaliger Gefängniskomplex im Stadtteil Santana, São Paulo, Brasilien.
Carandiru war ein Gefängniskomplex im Stadtteil Santana, der sich über mehrere Gebäudeblöcke erstreckte und Zellen für Tausende von Häftlingen enthielt. Die Anlage folgte einer zentralen Struktur mit langen Korridoren, Schlafsälen und Gemeinschaftsbereichen, die das Leben hinter Gittern organisierten.
Samuel das Neves entwarf die Anlage im Jahr 1920 als Reaktion auf das neue brasilianische Strafgesetzbuch, das Reformen im Gefängniswesen forderte. Im Dezember 2002 wurde das Gebäude abgerissen, nachdem jahrzehntelange Überbelegung und Gewalt das Ende der Einrichtung besiegelten.
Der Arzt Drauzio Varella dokumentierte seine Erfahrungen in der Einrichtung in einem Buch, das später in einen gefeierten Film umgesetzt wurde.
Der erhaltene Museumsblock liegt neben der Metrostation Carandiru und ist zu Fuß leicht zu erreichen. Besucher sollten sich auf einen ernsten und bewegenden Rundgang einstellen, der ein dunkles Kapitel der brasilianischen Geschichte beleuchtet.
Heute befindet sich auf dem Gelände der Parque da Juventude, ein weitläufiger öffentlicher Park mit Sportplätzen und Grünflächen. Die Verwandlung des Ortes von einem Ort der Haft zu einem Raum für Erholung und Jugend zeigt den Wandel der Stadt nach dem Abriss.
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