Mata Atlântica, Tropischer Regenwald-Biom an der Atlantikküste Brasiliens
Die Mata Atlântica ist eine tropische Regenwaldregion, die sich entlang der brasilianischen Küste über rund 3000 Kilometer erstreckt und mehrere Klimazonen durchquert. Das Gebiet reicht von den nordöstlichen Bundesstaaten bis zum südlichen Rio Grande do Sul und umfasst unterschiedliche Höhenlagen zwischen Meereshöhe und Bergregionen.
Im 16. Jahrhundert erstreckte sich der Wald noch über eine Fläche von etwa 1,5 Millionen Quadratkilometern und bildete das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Über die folgenden Jahrhunderte führte die koloniale Expansion zur fortschreitenden Verkleinerung dieses ursprünglichen Lebensraums.
Die Wälder bleiben für die Tupi und Guarani heilige Gebiete, wo rituelle Heilungsverfahren und das Sammeln traditioneller Kräuter weiterhin im Alltag praktiziert werden. Viele Küstengemeinden nutzen bis heute überlieferte Methoden der nachhaltigen Waldnutzung, die man bei gemeindegeführten Waldwanderungen beobachten kann.
Zahlreiche Schutzgebiete innerhalb der Region sind durch Wanderwege und Besucherzentren erschlossen, die von Großstädten wie Rio de Janeiro und São Paulo aus erreicht werden können. Geführte Wanderungen mit lokalen Führern erleichtern die Orientierung in den dichten Waldabschnitten und bieten Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt.
In diesem Wald kommen rund 264 Säugetierarten und etwa 23.000 Pflanzenarten vor, wobei viele nur hier existieren. Fast die Hälfte der Gefäßpflanzen wächst nirgendwo sonst auf der Welt und macht diesen Lebensraum zu einem Zentrum der biologischen Vielfalt.
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