Toca da Tira Peia, Archäologischer Felsunterstand in Coronel José Dias, Piauí, Brasilien
Die Toca da Tira Peia ist ein archäologischer Fundort in einem natürlichen Felsunterstand in der Nähe von Coronel José Dias im brasilianischen Bundesstaat Piauí. Der Unterstand schützt einen Bereich, in dem mehrere Bodenschichten freigelegt wurden, die Steinwerkzeuge in verschiedenen Tiefen enthalten.
Wissenschaftler führten in den 2000er und 2010er Jahren Ausgrabungen an diesem Fundort durch und fanden Werkzeuge, die auf eine menschliche Präsenz weit vor den bisher anerkannten Daten für die Besiedlung Amerikas hinweisen. Die Ergebnisse wurden zunächst stark angezweifelt, lösten jedoch eine wichtige neue Debatte über frühe Migrationswege aus.
Der Name Toca da Tira Peia ist die portugiesische Ortsbezeichnung für diesen Felsüberhang in Coronel José Dias. Die Grabung von 2008 erbrachte 113 geschlagene Steinwerkzeuge und Abschläge aus fünf Bodenschichten; die oberste ist rund 4.000 Jahre alt, die dritte 22.000 Jahre. Laut den Autoren liegen die Funde noch an ihrem ursprünglichen Platz, seit ihrer Einbettung unverlagert.
Die Fundstelle liegt in der Gemeinde Coronel José Dias nahe dem Nationalpark Serra da Capivara und ist kein für Besucher erschlossener Ort: keine markierten Wege, keine Einrichtungen. Der Zugang hängt von Absprachen mit Forschern oder ortskundigen Führern ab, die die Caatinga kennen. Die Grabungsfläche ist eine aktive archäologische Fundschicht; der Zutritt sollte vorher vereinbart werden.
Die Steinwerkzeuge wurden noch in ihrer ursprünglichen Lage gefunden, genau so, wie sie vor Tausenden von Jahren abgelegt wurden, ohne dass spätere menschliche Aktivitäten sie verschoben hätten. Diese ungestörte Anordnung ist selten und ermöglicht es Forschern, das Verhalten früher Menschen mit ungewöhnlicher Genauigkeit zu rekonstruieren.
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