Mutual Building, Art-Deco-Gebäude in Kapstadt, Südafrika
Das Bauwerk erhebt sich zwölf Stockwerke über dem Boden mit Granitverkleidung und prismenförmigen Fenstern. Die Struktur folgt einer Zikkuratform entlang der Darling Street. Drei Untergeschosse liegen unterhalb der Straßenebene. Die Fassade kombiniert vertikale Linien mit horizontalen Bändern, die für die Architektur der späten 1930er-Jahre typisch sind. Die Eingangshalle behält ihre ursprüngliche Ausstattung mit Marmorsäulen und bearbeiteten Holzornamenten. Sieben Aufzüge bedienen sämtliche Etagen des Turms.
Im Jahr 1939 fertiggestellt, diente der Bau als Hauptsitz der South African Mutual Life Assurance Society. Mit einer Höhe von 84 Metern war er das höchste Gebäude Afrikas zum Zeitpunkt seiner Vollendung. Diese Stellung behielt die Struktur bis zum Bau höherer Türme in anderen afrikanischen Städten bei. Im Jahr 2003 wurde das Gebäude von Büroflächen in Wohnapartments umgewandelt, wodurch seine Nutzung grundlegend verändert wurde und es eine neue Funktion im Stadtzentrum erhielt.
An der Fassade verläuft ein 118 Meter langes Fries von Ivan Mitford-Barberton, das Szenen aus der südafrikanischen Geschichte zeigt, darunter die Ankunft europäischer Siedler und die Abschaffung der Sklaverei. Das Kunstwerk spiegelt die offizielle Geschichtsauffassung der späten 1930er-Jahre wider und dokumentiert das Selbstverständnis der damaligen Gesellschaft. Die Darstellung verdeutlicht, wie öffentliche Gebäude zur Vermittlung kollektiver Narrative genutzt wurden. Das Gebäude diente als Firmensitz einer der größten Versicherungsgesellschaften des Landes.
Das Gebäude steht an der Kreuzung von Darling Street und Adderley Street im zentralen Geschäftsviertel. Drei Kellergeschosse bieten Parkmöglichkeiten für Bewohner und Besucher. Die Bankenhalle im Erdgeschoss ist während der Geschäftszeiten zugänglich. Die Umgebung verfügt über zahlreiche Restaurants, Geschäfte und öffentliche Verkehrsanbindungen. Die meisten Innenräume bleiben für die Öffentlichkeit geschlossen, da sie zu Wohnzwecken genutzt werden. Eine Außenbesichtigung der Fassade und des Frieses ist jederzeit möglich.
Die Bankenhalle behält ihre Ausstattung von 1939 mit Blattgolddecken, Marmorsäulen und geschnitzten Holzfriesen. Diese Elemente dokumentieren das Handwerk der späten 1930er-Jahre und bilden einen der wenigen vollständig erhaltenen Innenräume dieser Epoche in Kapstadt. Die Deckengestaltung zeigt geometrische Muster, die für den Stil der Periode charakteristisch sind. Die Kombination aus verschiedenen Materialien verdeutlicht den aufwendigen Ansatz bei der Gestaltung repräsentativer Geschäftsräume jener Zeit.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 60,000 Mitwirkenden weltweit.