Twyfelfontein, Felsgravuren in der Kunene-Region, Namibia
Twyfelfontein ist ein Tal aus rotbraunen Sandsteinplatten, die von einem dunklen Wüstenlack überzogen sind; in sie wurden über 2.500 Figuren gemeißelt, um das hellere Gestein darunter freizulegen. Die Gravuren zeigen Nashörner, Elefanten, Giraffen, Strauße und menschliche Figuren, darunter einen Löwen mit einem langen, geknickten Schwanz, der in einem sechszehigen Pfotenabdruck endet. Vierzehn kleinere Fundstellen, die Ernst Rudolph Scherz erstmals kartierte, gruppieren die Kunstwerke.
Jäger und Sammler der Wilton-Kultur schufen die meisten Gravuren, und vor etwa 2.000 bis 2.500 Jahren kamen Khoikhoi-Hirten hinzu, die eigene Felsbilder hinterließen. Der Topograph Reinhard Maack meldete die Gravuren 1921. Ernst Rudolph Scherz beschrieb 1950 über 2.500 Gravuren auf 212 Sandsteinplatten, und 2007 nahm die UNESCO die Stätte in die Welterbeliste auf.
Die Schnitzereien offenbaren das Leben der Jäger und Sammler, die durch ihre Tiermotive wie Elefanten und Antilopen ihre Verbundenheit mit der Natur zeigten. Diese künstlerischen Werke erzählen von ihrem täglichen Umgang mit der Tierwelt und ihren Überzeugungen.
Die gravierten Platten liegen in einem Tal, das über die Distriktstraße D3214 erreichbar ist, 20 km südlich der C39 zwischen Sesfontein und Khorixas. Besucherzentrum und Lodge werden als Joint Venture mit der Twyfelfontein-Uibasen Conservancy betrieben, eine Schotterpiste dient der Lodge. Der Jahresniederschlag bleibt unter 150 mm; im Juli liegen die Temperaturen bei 10–28 °C, im November bei 21–35 °C.
Eine Robbe ist fast 100 km vom Atlantik entfernt eingraviert, das einzige Meerestier unter den Bildern. Die deutsche Quelle nennt außerdem ein heute dort fast ausgerottetes Breitmaulnashorn und den Tanzenden Kudu, eine der bekanntesten Platten. Viele Tiere sind mit ihrer Fährte dargestellt.
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