Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen, Archäologische Stätte an Alpenseen und Feuchtgebieten in der Schweiz, Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich und Slowenien.
Die prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen umfassen 111 archäologische Fundstellen in der Schweiz, in Italien, Deutschland, Frankreich, Österreich und Slowenien, die 2011 in die UNESCO-Liste aufgenommen wurden. Die Reste liegen an See- und Flussufern, in Feuchtgebieten oder unter Wasser. Rekonstruktionen wie auf den Fotografien zeigen Holzhäuser auf Pfählen mit Schindeldächern und Bretterwänden, die über Holzstege erreichbar sind.
Diese Siedlungen entstanden zwischen 5000 und 500 vor Christus, als erste Bauern sich an den Seen niederließen und ihre Häuser auf Pfosten bauten. Die Nähe zum Wasser bot Schutz vor Gefahr, ermöglichte Fischfang und erleichterte den Zugang zu fruchtbaren Böden in den Talniederungen.
Die 111 Fundstellen wurden am 27. Juni 2011 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, die offizielle Verleihung fand am 10. September 2011 in Neuenburg NE statt, wo die Bewerbung geführt wurde. Seit 2022 zeigt ein Bronze-Relief vor dem Rathaus im Konstanzer Stadtteil Litzelstetten die Positionen der 111 Stätten mit sicht- und tastbaren Metallstiften. In Slowenien waren dies die ersten Welterbestätten mit kultureller Begründung.
Die Fundorte verteilen sich über sechs Länder, daher lohnt sich die Planung im Voraus, um eine Region auszuwählen, die man besuchen möchte. Viele Museen in der Nähe der Seen zeigen Funde und erklären die Ausgrabungen, während an einigen Orten Nachbildungen der alten Häuser zu sehen sind.
Das nasse Klima unter Wasser hat organische Materialien wie Holz, Stoffe und Pflanzenreste in hervorragender Zustand bewahrt, was man sonst nirgends findet. Diese Funde ermöglichen es Forschern, exakte Details über alte Handwerkstechniken und Ernährungsgewohnheiten nachzuvollziehen, als würde man direkt in ein altes Leben blicken.
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