Schloss Eckartsau, Kaiserliches Jagdschloss in Eckartsau, Österreich.
Schloss Eckartsau ist ein zweigeschoßiger Bau mit hellgelber Fassade und dunkelbraunem Dach, symmetrisch um einen erhöhten Mittelteil mit Dreiecksgiebel, Skulpturenfiguren und Kartusche angelegt. Drei hohe Bogenfenster sitzen über dem bogenförmigen Hauptportal mit kleinem Balkon; Rechteckfenster mit dunklen Gittern laufen über beide Flügel, Dachgaupen durchbrechen das Dach. Joseph Emanuel Fischer von Erlach baute die mittelalterliche Wasserburg nach 1720 zum Jagdschloss um.
Die ursprüngliche vierseitige Wasserburg der Eckartsauer ist 1175 urkundlich belegt. 1720 ließ Graf Franz Ferdinand Kinsky sie von Joseph Emanuel Fischer von Erlach zum barocken Jagdschloss umbauen; 1760 kaufte Kaiser Franz I. Stephan das Schloss. Nach dem Verfall ließ Erzherzog Franz Ferdinand es 1896–1897 generalsanieren. Ab November 1918 wohnten Karl I. und Zita hier, bis sie am 23. März 1919 in die Schweiz reisten.
Das Museum zeigt Interieurs um 1900 und Erinnerungsstücke an Karl I. und Kaiserin Zita, die in der Nacht vom 11. auf den 12. November 1918 mit ihren Kindern, darunter der sechsjährige Otto, aus Schönbrunn hierher übersiedelten. Der kleine Hof umfasste rund 100 Personen. Am 23. März 1919 wohnte die Kaiserfamilie in der Schlosskapelle einer letzten Messe bei, bei der die Volkshymne zum letzten Mal gesungen wurde, ehe sie zum Bahnhof Kopfstetten aufbrach.
Das Schloss kann nur mit geführten Besichtigungen erkundet werden, die in begrenztem Umfang stattfinden. Es ist empfehlenswert, vorab die aktuellen Öffnungszeiten zu überprüfen und sich angemessen zu kleiden, da einige Bereiche temperaturempfindlich sind.
1912 ließ Erzherzog Franz Ferdinand die Stiegenanlage aus weißem Stein des ehemaligen Gartenpalais Harrach in Wien-Landstraße abtragen und die Teile nach Eckartsau bringen; der Stein stammte aus den harten Brüchen von Kaisersteinbruch. Im Herbst 2024 diente das Schloss zudem als Drehort für eine Dokumentation über Alfred Nobel und Bertha von Suttner.
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