Votivkirche, Neugotische Kirche in Alsergrund, Österreich
Zwei schlanke Türme erheben sich auf 99 Meter Höhe und rahmen die Hauptfassade mit drei Giebelportalen ein, die mit weißen Sandsteinverzierungen versehen sind. Das neogotische Bauwerk erstreckt sich über eine Länge von 85 Metern bei einer Breite von 55 Metern und bildet mit seiner dreischiffigen Basilika eine der größten Sakralbauten dieser Stilrichtung im gesamten deutschsprachigen Raum.
Nach einem gescheiterten Attentat auf Kaiser Franz Joseph im Jahr 1853 initiierte Erzherzog Ferdinand Maximilian den Kirchenbau als Zeichen der Dankbarkeit für die Rettung seines Bruders. Der Architekt Heinrich von Ferstel gewann 1854 den Wettbewerb mit seinem Entwurf und leitete die Bauarbeiten bis zur Einweihung im Jahr 1879. Schwere Schäden durch Bombenangriffe im April 1945 führten zu umfangreichen Restaurierungsarbeiten in den Nachkriegsjahrzehnten.
Die Kirche dient mehreren christlichen Gemeinden als Versammlungsort mit Gottesdiensten in Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Englisch und Polnisch an jedem Sonntag. Diese sprachliche Vielfalt spiegelt die internationale Zusammensetzung der Wiener Katholiken wider und macht den Sakralbau zu einem zentralen Anlaufpunkt für Gläubige unterschiedlicher Herkunft in der österreichischen Hauptstadt.
Das Gebäude beherbergt ein Museum mit historischen Kunstwerken, darunter der Antwerpener Altar aus dem 15. Jahrhundert, der nur nach vorheriger Vereinbarung besichtigt werden kann. Die Straßenbahnlinien 1, 37, 38, 40, 41 und 42 sowie die U-Bahnlinie U2 mit Station Schottentor ermöglichen eine bequeme Anreise zum nur wenige Gehminuten vom Hauptgebäude der Universität Wien entfernten Kirchenstandort.
Als zweithöchstes Kirchengebäude Wiens verfügt der Sakralbau über 78 Glasfenster, von denen einige während der Renovierungsarbeiten in den 1970er Jahren mit modernen Motiven ausgestattet wurden. Der Innenraum birgt zudem das Sarkophag-Kenotaph des Grafen Niklas Salm, der 1529 die Stadt während der ersten Türkenbelagerung verteidigte, was dem Ort eine zusätzliche nationale Bedeutungsebene verleiht.
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