Wotrubakirche, Brutalistische Kirche in Mauer, Österreich
Die Dreifaltigkeitskirche besteht aus 152 massiven Betonquadern unterschiedlicher Größe, die asymmetrisch auf einem Hügel im Süden Wiens angeordnet sind. Zwischen den Blöcken entstehen schmale Zwischenräume mit Glasflächen, die natürliches Licht in den Innenraum leiten. Die Struktur erhebt sich stufenförmig zur Spitze und erweckt den Eindruck einer abstrakten Skulptur aus Beton. Der Innenraum öffnet sich nach oben und bietet unterschiedliche Raumhöhen je nach Position der umgebenden Blöcke.
Der Bau erfolgte zwischen 1974 und 1976 nach Plänen des Bildhauers Fritz Wotruba auf einem Grundstück, das zuvor nationalsozialistischen Kasernen diente. Wotruba verstarb 1975 vor der Fertigstellung, sodass sein Schüler Josef Lackner und der Architekt Fritz Gerhard Mayr die Ausführung übernahmen. Die Weihe fand am 23. Oktober 1976 statt. Die Kirche entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem Referenzwerk der Nachkriegsarchitektur und zieht bis heute internationale Aufmerksamkeit auf sich.
Das Bauwerk verbindet katholische Liturgie mit skulpturaler Architektur und bildet seit den 1970er Jahren einen Anlaufpunkt für Menschen, die moderne Sakralbauten schätzen. Als Pfarrkirche dient es der Gemeinde für Gottesdienste, während Architekturinteressierte aus aller Welt die unkonventionelle Formensprache studieren. Die Gestaltung löste bei der Eröffnung kontroverse Debatten aus, wird heute aber als wichtiger Beitrag zur zeitgenössischen Kirchenarchitektur anerkannt.
Die Kirche liegt auf einem Hügel im Bezirk Liesing und ist über öffentliche Verkehrsmittel vom Wiener Zentrum aus zu erreichen. Besucher können während der Gottesdienstzeiten oder nach Vereinbarung das Innere besichtigen. Der Aufstieg zum Gelände erfordert gutes Schuhwerk wegen der Steigung. In der Umgebung befinden sich keine gastronomischen Einrichtungen, daher empfiehlt sich eine Vorbereitung für den Besuch. Das Bauwerk misst 98 Fuß (30 Meter) in der Länge und 72 Fuß (22 Meter) in der Breite.
Die einzelnen Betonblöcke variieren extrem in Volumen und Gewicht: Die kleinsten erreichen etwa 0,84 Kubikmeter bei 1,8 Tonnen, während die größten 64 Kubikmeter und 141 Tonnen aufweisen. Diese Unterschiede erzeugen wechselnde Lichtverhältnisse im Inneren je nach Tageszeit und Sonnenstand. Einige Blöcke bilden Stützen, andere wirken scheinbar schwebend. Die unregelmäßigen Abstände zwischen den Elementen schaffen ein dynamisches Spiel von Licht und Schatten, das sich ständig verändert.
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