Canisiuskirche, Pfarrkirche im Bezirk Alsergrund, Wien, Österreich.
Die Canisiuskirche ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im 9. Wiener Gemeindebezirk Alsergrund, erbaut 1899 bis 1903 nach Plänen Gustav Ritter von Neumanns in einer Mischung aus Neuromanik und Neugotik. Ihre beiden 85 Meter hohen Fassadentürme, die vierthöchsten Wiens, tragen die Wappen der wichtigsten Spender. Eine breite Freitreppe führt zum Portal, über dessen Giebelfeld eine Statue des Petrus Canisius steht, flankiert von den Figuren des hl. Ignatius und des hl. Franz Xaver von Franz Barwig.
1896 regte die Marianische Kaufmannskongregation ein Denkmal zum 300. Todestag von Petrus Canisius an. 1897 konstituierte sich der Canisius-Kirchenbauverein unter der Schirmherrschaft von Erzherzogin Maria Josepha, und am 31. Juli 1899 begann der Bau. Die Kirche wurde am 18. Oktober 1903 eingeweiht, und Franz Joseph nahm an der ersten Messe teil. 1925 wurde Canisius heiliggesprochen und zum Hauptpatron erklärt; 1939 wurde die Pfarre errichtet.
Die Kirche ist nach Petrus Canisius benannt, der beim Bau selig, aber noch nicht heiliggesprochen war; geweiht wurde sie daher unter den Titeln „Der leidende Heiland am Ölberg“ und „Die schmerzhafte Gottesmutter Maria“. Nach der Heiligsprechung 1925 erklärte ihn ein Dekret der Ritenkongregation zum Hauptpatron. Der Namenspatron hält einen Katechismus in der Hand, zu seinen Füßen Wiener Kinder, im Hintergrund der Stephansdom.
Die Kirche steht im Thurygrund im 9. Bezirk, ihre beiden 85 Meter hohen Fassadentürme sind bis in den benachbarten Himmelpfortgrund sichtbar. Eine breite Freitreppe führt zum Portal, über dessen Giebelfeld Petrus Canisius zwischen dem hl. Ignatius und dem hl. Franz Xaver steht. Die in neuromanischen Formen errichtete Krypta dient als Kapelle und Versammlungsraum und enthält eine Orgel von Rudolf Novak aus 1965 mit 10 Registern.
Die ursprünglichen Glocken wurden im Ersten Weltkrieg kriegsbedingt eingeschmolzen; 1925 erhielt die Kirche sechs neue Glocken. Das angebaute Pfarrheim, das den Jesuiten zeitweise als Ordenshaus diente und bis heute in ihrem Eigentum steht, beherbergt seit der Renovierung 2015 ein Studentenheim für Studierende der Universität Wien, betrieben vom katholischen Verein Akademikerhilfe.
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